16. Februar bis 3. April 2020

Eröffnung: Sonntag, 16. Februar 2020, 16 Uhr

Wie Italien Kreative inspirieren kann, spiegelt sich in der neuen Ausstellung bei kunstwerden. Im Zusammenspiel werden Steinbildhauerarbeiten von Rosmari Trilling und Fotografien von Georg von Glasow präsentiert, die sich in der Faszination an Stein im Zusammenspiel mit Form und Licht einen, und ambitioniert mit ihren Arbeiten den Süden in den eher grauen Essener Winter transferieren.

Beide sind Essener und haben sich autodidaktisch „ihr“ Medium zu eigen gemacht, dass sie seit vielen Jahren beschäftigt und umtreibt, und stets zu neuen Auseinandersetzugen damit führt. Ihre Ansätze sind medial divergent, aber gedanklich vielleicht gar nicht so weit voneinander entfernt. Doch während Trilling aus ausgewählten italienischen Steinen stetig neue Formen schafft, sind von Glasow’s analoge Fotografien nicht allein in Italien entstanden, und streifen so nur „eine“ Spur seines fotografischen Schaffens.

Rosmari Trilling widmet sich der Steinbildhauerei seit 1999 und arbeitet bevorzugt mit Marmor, Travertin oder Alabaster. In mehreren Workshops unter Leitung des Bildhauers Rosenzweig in Campo Altissimo, nahe den Carrara Steinbrüchen, erwarb sie erste grundlegende Fertigkeiten und schuf dort ihre ersten Plastiken, weitere dann bereits frei arbeitend in Azzano, andere wiederum hier in ihrem Arbeitsstudio. Werke von Brancusi, Talau oder Vetere benennt sie als inspirierend. Auf eine festgezurrte Formensprache hat sie sich dennoch nicht festgelegt und folgt ihrem Gefühl für den jeweiligen Stein und seinen haptischen Eigenschaften. Entstanden sind u.a. abstrakte Stelen, minimialistische Köpfe und Formengebilde oder auch ein nahezu transparenter Fischschwarm. Die Werke beeindrucken mit ihrem visuellen und taktilen Reiz.

Georg von Glasow setzt sich seit Anfang der 1990er Jahre intensiv mit der analogen Fotografie auseinander und arbeitet auf seinen Fotoreisen und Fotoprojekten vor Ort ausschliesslich in s/w. Zum Einsatz kommen bei ihm mittel- und großformatige Filme, die er im eigenen Labor entwickelt und auf Barytpapier abzieht. Da steckt weniger Nostalgie dahinter als vielmehr der bewußt, fokussierte Blick auf Dinge und Erscheinungen, die er bevorzugt auf Sujets lenkt, die Abseits liegen und ihre Funktion bereits verloren haben. Die in Italien zwischen 2002 und 2007 entstandenen Fotografien, die für die jetzige Ausstellung ausgewählt wurden, zeigen von Glasows ausgesprägtes Gespür für ein gut gestaltetes Bild und konzentrieren sich auf Motive, in denen Steine in ihrer ursprünglichen wie auch genutzten Form vor Ort, gestaltet oder schlichter verbaut, alt oder jünger, das Erscheinungsbild der Toscana prägen.

So rückt Italien und vor allem der Stein als Objekt und im Bild in den Mittelpunkt der jetzigen Ausstellung, verschiedenste Formfindungen aufzeigend und den ganz unmittelbaren Einfluss des Lichts auf all die Dinge.