Annette Münster-Hoppensack / Ute Becker – Claus Classen / David Kumpernas

28. November 2021 bis 9. Januar 2022

Eröffnung: Sonntag, 28.11.2021, 16 Uhr

In der neuen Ausstellung im kunstwerden e.V. treffen Plastik, Fotografie, Grafik und Text aufeinander, bei denen „schwarz“ mit unterschiedlicher Gewichtung eine Rolle spielt – als Initiator für ein Projekt, mal als Oberflächenfarbe für die Form, mal medienbedingt.

SCHWARZ wird hier vorrangig von den beiden Münsteranern Ute Becker und Claus Classen in der Ausstellung verhandelt, die sich für ein Buchprojekt zur Farbe zusammengetan haben. Claus Classen ist seiner Faszination am schwarz mit all ihren Schattierungen und Bedeutungsebenen gefolgt und hat sich an eine Art kleine Kulturgeschichte der Farbe herangetraut. Sein im Frühjahr 2021 erschienenes Buch versammelt künstlerische, sprachliche, geschichtliche, soziale und mythologische Aspekte dieser Farbe. Für die Gestaltung des Buches konnte er die Künstlerin und Diplomdesignerin Ute Becker gewinnen. Ihre Bildvorlagen, entstanden auf Leinwand und in kleinen variablen Größen, stellen eigenständige kleine Werke dar und werden hier jetzt in ihrer originalen Beschaffenheit präsentiert. Ohne Korsett schuf sie lockere Zeichen- und Materialcollagen in Kombination mit frei eingebundenen, eher gedeckten Farben unter Verwendung verschiedener grafischer Techniken.

Die Künstlerin Annette Münster-Hoppensack bespielt mit ihren Plastiken den Raum, die durchaus mal figürlicher und konkreter ausfallen können, überwiegend jedoch eine freie, abstrakte Formsprache aufweisen. Ebenso wenig beschränkt sie sich auf eine Materie in ihrem gestalterischen Tun, auch wenn Ton und Porzellan wichtige Komponenten für sie sind. Objekte glänzen raumgreifend in schwarz, doch auch matte Grün- und Rottöne oder helle brüchige Texturen erobern sich bei ihr einen Platz. Ihre Farbentscheidungen sind verständlicherweise der Formfindung nachgestellt, doch kommt man nicht umhin festzustellen, dass es ihr gelingt Form und Farbe auf überzeugende Weise zusammenzubringen.

Nicht zuletzt mischt sich mit dem Medium Fotografie von David Kumpernas schwarz und weiß in zurückhaltender Anzahl und eher ungewohnter Form in das Raumgefüge ein. Seine Fotografien, die trotz digitaler Aufnahme keine Anschnitte und Bildbearbeitungsprogramme am Computer kennen, offenbaren seinen subtilen Umgang mit Licht. Reduzierte, nahezu abstrakte Bildräume, wie auch pointierte, situative Bildsetzungen sind nun ausgewählt – und reagieren auf die im Raum arrangierten Plastiken.

Die Vielfalt der kleinen Gruppenschau sorgt dafür, dass schwarz anwesend, aber keinesfalls dominierend ist.

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